Was mach’ ich hier überhaupt? Warum ein weiteres Blog, wo’s
eh schon so viele gibt, bei deren selbstdarstellerischen Inhalten man Magenschmerzen
bekommt? Naja, man kann ja in der virtuellen Welt alles wegklicken, was nicht
gefällt…
Wenn du aber trotzdem wissen willst, wer dahinter steckt, mache
ich hiermit eine neue Kategorie „Persönliches“ auf, in der ein paar Dinge über
mich stehen, die vielleicht etwas klarer werden lassen, warum in diesem Blog
das steht, was da steht…
Jeder einzelne Beitrag kann dabei in sich nur unvollständig –
je nach emotionalen Zustand – sein, und ist, je nach Erlebnissen, auch
erweiterbar…
Was ich gerne mache
Reisen! Egal wie, wie lang, wohin. Hauptsache unterwegs
sein. Der Weg ist das Ziel.
In einem Bus sitzen und einfach nur zum Fenster rausschauen.
Manchmal steig ich an einer Haltestelle ein und fahre drei Stunden mit einer
Linie im Kreis, entweder bis das Kapitel ausgelesen ist, oder es draußen dunkel
geworden ist. Wenn man eh nix mehr sieht, mag ich es auch, einfach den Leuten
zuzuhören… Typische Bus-, und Straßenbahngspräche anhören...
Je Länger eine Fahrt ist, desto besser. Deshalb macht es mir
auch nichts aus, mal 20 Stunden von A nach B zu brauchen, egal, wie weit A und
B auseinander liegen.
Das gilt auch, wenn ich selber fahre. Mein „Kamel“ macht eh
höchstens 100km/h, was nur in Deutschland stressig ist, wegen der fehlenden Begrenzung
der Höchstgeschwindigkeit. Diese Langsamkeit ist bei mir symptomatisch, ich
steh zu ihr und lebe sie voll aus. Bei Lichthupe im Rückspiegel setz ich gern
den Blinker links und bleib gerne noch ein bisschen auf der Überholspur - eine
Situation, in der ich mich auch tierisch über einen Mittelfinger freue
und ein Beweis, dass nicht nur Schnelligkeit, sondern Ausdauer zählt.
Auch beim Sport. Ich laufe gerne. Nicht schnell, aber weit.
Nicht um mich fit zu halten oder für ein sportliches Aussehen, sondern um
länger den Lebensstil führen zu können, den ich führe. Ich genieße. Manchmal auch
etwas mehr als ich sollte.
– und ich mag
Gedankenstriche. Erst mal nachdenken, bevor man was sagt. Mich ärgern Leute,
die ständig die Klappe offen haben und trotzdem nichts rauskommt. Vor allem,
weil diese Leute oft nicht bemerken, wenn jemand anderes was Wichtiges zu sagen
hat…
Ich schlafe gerne. Vor allem im Winter - dann können das
durchaus 15Std pro Tag sein. Dafür komme ich im Sommer mit 6 Stunden sehr gut
aus und ich freue mich jedes Jahr wieder auf die Zeit, wenn ich wieder von der
Sonne geweckt werde…
Was mir zu schaffen
macht
Dunkelheit und Kälte (emotional und klimatisch) gehen gar
nicht. Ich bin der Überzeugung, dass gesellschaftliche Normen und nationale
Stereotypen vom Klima beeinflusst werden und kann mir deshalb nicht vorstellen
auf Dauer in Deutschland zu bleiben. Sevilla ist für mich die schönste
Stadt Europas.
Was mich zornig macht
Menschen, die ihre Ignoranz für Toleranz halten. Noch
wütender werde ich, wenn ich Menschen treffe, die den Unterschied genau kennen,
die aber Anderssein „aus Prinzip“ nicht zulassen – Menschen, die meinen – trotz
der jetzt fast 6 ½ Millairden Mitmenschen auf diesem Planeten - immer noch auf
Status und Machtspielchen setzen zu müssen…
Zornig machen mich Menschen, die die Möglichkeit haben,
ihren Horizont zu erweitern, es aber nicht machen, die aus ihrer beschränkten
Welt nicht rauskommen, obwohl sie dürften! Nichts sehen, nichts hören, nichts
sagen.
Was ich genauso schlimm finde ist diese Doppelmoral:
eine Handvoll integrieren und der
Rest ist egal.
Ihr wollt Weltfrieden spielen in Eurem Wohlstandsghetto,
und das ist auch gar nicht schwer mit deinen 3,2 Netto.
Willst die farbige Pizza und die türkische Musik,
aber nicht den Riot und nicht den Bürgerkrieg.
Ihr wollt, daß Eure triste Welt ein bißchen bunter wird,
während irgendwo anders der Andere stirbt.
(...but Alive)
So nach dem Motto: lieber zehnmal Verständnis als einmal zu
hassen.
Fortsetzung folgt.